Liebe Sürtherinnen und Sürther, liebe Flägelskappen,

nach der Session ist vor der Session, so hat der Kölner eigentlich fast ganzjährlich Karneval. Kaum ist ein Grußwort geschrieben, steht das nächste schon an. Und wieder kommt man ins Grübeln, was man denn zu Papier bringen kann, ohne die Leserinnen und Leser zu langweilen. Soll ich nun hier, wie wahrscheinlich schon von vielen erwartet, die obligatorischen Dankesreden schwingen, damit auch bestimmte Personen ihre öffentliche Aufmerksamkeit bekommen, wollen die anderen Personen ohne Titel, die still im Hintergrund ihre Arbeit für den Verein leisten, denn so etwas überhaupt lesen? Bevor ich mich hier um Kopf und Kragen schreibe, versuche ich es einmal anders.

Wir hatten vor Zeiten in Köln einen Oberbürgermeister, der eigentlich gefühlt mit zwei drei Sätzen durchs Leben kam, „Kölle ist jut, Kölle is schön, me han Spass“. Die Straßen der Stadt konnten noch so kaputt sein, Brücken fast zusammen stürzen, Kölle is jut, das Wir-Gefühl wurde wie ein Mantel über alles Kölner Übel gelegt, me sin stolz, Kölsche zu sinn …

Nun möchte ich hier die literarischen Fähigkeiten des ehemaligen Oberbürgermeisters nicht bewerten, sondern seine Sprache. So wie der Bayer stolz auf seine Mundart ist, ist es der Kölner auch, jedenfalls überwiegend. Dabei muss man leider feststellen, dass immer weniger Mundart gesprochen bzw. verstanden wird. Das finde ich sehr schade, denn de Kölsche Sproch ist irjendwie einfach toll. „Hammer dat?“ Eine nur kleine Frage, aber welcher Nichtkölner versteht sie? Intellektuelle vermuten hier wahrscheinlich die Frage im Baumarkt nach einer Lasur, um ein Geländer zu streichen. Und so freue ich mich ganz besonders, wenn wir in der Session bei den Veranstaltungen der Sürther KG Löstige Flägelskappe wieder vielen Menschen auf der Bühne begegnen, die uns diese schöne Sprachkultur bewahren.

Isch bin nun he feddisch, dat Blatt is voll, et hät doch widder 
jut jejange, nu han ich Zigg bis nächstes Johr.

Der obligatorische Disclaimer sollte natürlich hier auch nicht fehlen: Freuen wir uns nun auf ein super Jahr 2020 mit viel Kölscher Mundart, damit diese schöne Sprache nicht ausstirbt. Ich wünsche allen für die anstehende Session viel Freude, Gelassenheit und Gesundheit und wieder tolle Programme auf allen Sitzungen.

Herzlichst 

Euer Frank Messmer
Ehrensenator