Der Karnevalsumzug ist das Großereignis für die Karnevalisten in unserem Sürth, das bedeutet für die teilnehmenden Akteure im Vorfeld immer viel Arbeit und auch nicht unerhebliche Kosten. So gehört es natürlich auch zum Pflichtprogramm der Wagenmannschaft der Ehrensenatoren der Sürther KG Löstige Flägelskappe, sich auf den Umzug vorzubereiten.

Für den Festwagen des Ehrensenats 2020 haben sich sechs Senatoren gefunden, Thomas Pistono, Max Selbst, Reiner Rohde, Peter Gerecke, Frank Messmer und Heinz Geilenkirchen. Nachdem festgelegt wurde, was und wieviel an Wurfmaterial benötigt wird, erfolgte eine entsprechende Gemeinschaftsbestellung.

Die Auswahl des Wurfmaterials wurde auf überwiegend wertige Sachen beschränkt, um zu vermeiden, dass die Jecken am Straßenrand das Geworfene achtlos auf der Erde liegen lassen und die Müllberge nach dem Zug weiter ansteigen. Das Wurfmaterial wurde fast ausnahmslos in Deutschland hergestellt, statt billigerer Schokolade, die man kaum noch zum Backen verwenden kann, wurde auf begehrte Markenschokolade zurückgegriffen. Erstmals wurde auch auf Plastikfußbälle verzichtet, sondern dafür wertige Lederbälle besorgt.

Das Wurfmaterial der nur sechs Ehrensenatoren füllte schließlich eine halbe Garage: 650 Stüßjer, 300 Schachteln Katzenzungen, 600 Tafeln Schogetten, 300 Tafeln Milka, 100 Tafeln Rittersport, 1.350 Päckchen Softis-Taschentücher, 1.710 Tüten Chips, 500 Kuchen, 15.000 Röllchen Traubenzucker, bedruckt mit dem Logo des Ehrensenats, dazu noch diverse weitere Süßigkeiten wie Kinderschokolade, Haselnussschnitten und anderes. Lederfußbälle, Plüschtiere und weitere Spielsachen für die Kleinsten am Zugrand rundeten das Wurfmaterial ab.

Eine Woche vor dem Umzug traf sich abends die Wagenmannschaft des Ehrensenats, um einiges des Wurfmaterials mit dem Logo des Ehrensenats zu bekleben.

Das ist regelmäßig eine körperlich hohe Beanspruchung für die Wagenmannschaft, da kann der eine oder andere schon einen Muskelkater im Arm bekommen.

Natürlich fehlte auch bei einer so anstrengenden Arbeit nicht das weitere leibliche Wohl. Kartoffelsalat mit Frikadellen sorgten dafür, dass an dem Abend niemand vom Fleisch fiel.

Am nächsten Tag zeigte sich übrigens, dass es keine gute Idee war, so viel von dem Wurfmaterial vorzukosten.

Mit schöner Regelmäßigkeit ist jedes Jahr festzustellen, dass Zuschauer/innen meinen, das Wurfmaterial fällt vom Himmel oder wird von der Stadt oder einem Verein gezahlt. Groß ist dann immer die Überraschung, wenn man sie aufklärt, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer das Wurfmaterial aus eigener Tasche bezahlt. Aktiv in einer Karnevalsgesellschaft zu sein bedeutet daher nicht nur, einen Teil seiner Freizeit zu opfern. Sieht man aber beim Zug in die vielen strahlenden Gesichter am Straßenrand, sind sofort alle Mühen, alle finanziellen und auch zeitlichen Aufwände vergessen.

Die Wagenmannschaft der Ehrensenatoren freut sich riesig auf den bevorstehenden Umzug und hofft, dass es Petrus gut meint mit den Jecken am Straßenrand und die Sonne strahlen lässt.


Heinz Geilenkirchen
ES KG Löstige Flägelskappe
Februar 2020